Über mich Ich bin professioneller Musiker, nicht mit Gewicht auf einem Instrument – ich denke und schreibe Musik. Als Komponist arbeite ich freiberuflich neben einer Anstellung an der Musikhochschule Lübeck, an der ich selbst studiert habe und derzeit organisatorische Aufgaben übernehme.

Geprägt wurde ich in einem an Kirchenmusik interessierten Umfeld, wo ich alte Vokal- und Orgelmusik hörend für mich entdeckte. Ich erlernte Violine und Klavier, las Harmonielehre, Kontrapunkt und Partituren und wurde noch als Kind schlagartig wach durch Gesang der Jünglinge von Karlheinz Stockhausen und fasziniert von der Kunst der Fuge von Johann Sebastian Bach. Die weiter führenden Fragen haben für mich bis heute Bestand: Wie wird Zeit mit Klang und Klang in der Zeit gestaltet? Gibt es eine universale musikalische Grammatik? Warum wärmt ein Bachscher Choralsatz den Geist so wie ein altindischer Raga oder der Gesang eines einzelnen, musikalisch nicht ausgebildeten Menschen? Meine Lehrer im Studium Roland Ploeger und Friedhelm Döhl in Lübeck und Sven-David Sandström in Stockholm stärkten neben vielen anderen meine Hinwendung zur ernsten Musik nach 1945, zu Neuer Musik, zur Klangsuche und der zeitgemäßen Dramaturgie darin.

Spirituelle Musik – Kirchenmusik – ‚SURSUM CORDA‘ (‚Erhebt die Herzen‘)! Musik der Kirchen besteht nicht aus inhaltlich verbrauchten, beliebig kopierten und austauschbaren Versatzstücken. Die Versuche, Gotteserfahrung in Worte zu fassen, stehen oft im Hintergrund gegenüber dem, was ein inspirierter Klang vermag.

Fortschreiten. Entwickeln. Vermitteln, was ich selbst in den Fragen der Musiktheorie oder der Chorleitung verstanden, integriert und für hilfreich befunden habe, gehört für mich zum Besten. Wenn ich unterrichte, lerne ich.

Wo hören wir wahrhaft inspirierte Klänge öfter als im Chor? Wie lebendig wird der Klang in der Kombination der Stimmbewegungen, Harmonien und Vokalfarben! Im Chor ist zudem die bedingungslose Gleichwertigkeit der Menschen leicht erkennbar und die Gleichbehandlung aller selbstverständlich. Chorklang wird lebendig, wenn es zu einem Ausgleich der Stärken und Schwächen kommt – das ist mir wichtig! (CB 10.’22)